DE FR EN

Julien Absalon fliegt zum zweiten EM-Titel

Nino Schurter wird Zweiter auf dem Gurten

Mit vier Weltmeistertiteln, zwei Olympiasiegen und 26 Weltcup-Erfolgen ist Julien Absalon der bislang mit Abstand erfolgreichste Mountainbiker. Europameistertitel hat er als Elitefahrer jedoch nur einen im Palmarès – bis zum Titelkampf in Bern. Der Franzose liess sich auf dem Gurten, wo er zuvor schon viermal die Swiss Bike Trophy gewonnen hatte, nicht auf einen Spurtvergleich mit Nino Schurter ein. Das Duo hatte sich unter dem frenetischen Jubel der 15000 Schlachtenbummler zwar früh vom Rest abgesetzt. Irgendwann hatte Weltmeister Schurter jedoch genug von der ständigen Kickerei Absalons. Er musste den Franzosen, den er zuletzt in sämtlichen Weltcup- und BMC-Racing-Cup-Läufen geschlagen hatte, ziehen lassen.

Absalon liess sich nicht zweimal bitten und generierte bis ins Ziel einen Vorsprung von zwei Minuten. «Es war äusserst wichtig für mich, vom Beginn weg das Rennen von der Spitze aus zu bestimmen. Ich wollte mich diesmal nicht führen lassen, ich wollte führen. Deshalb habe ich das Rennen so schnell wie möglich gemacht. Das war der Schlüssel zum Erfolg», erklärte der Franzose. Er habe sich diese EM als Hauptziel für diese Saison auserkoren, und sei deshalb natürlich zufrieden, dass es geklappt habe.

«Julien Absalon ist heute in einer eigenen Liga gefahren. Nach einiger Zeit konnte ich seine Angriffe nicht mehr kontern», anerkannte Schurter. Absalon sei regelrecht davon geflogen. «Ich muss das so akzeptieren und bin dankbar, dass ich die Silbermedaille vor so vielen Zuschauern gewinnen konnte. Die Stimmung an der Strecke war phantastisch», lobte der Weltcup-Führende aus dem Bündnerland.

Als Dritter erreichte Marco Fontana das Ziel. Der Olympia-Dritte aus Italien konnte den Rückstand zu den beiden Führenden zwar nicht wettmachen, zeigte sich aber dennoch zufrieden über den Gewinn der Bronzemedaille. «Ich war lange Zeit verletzt und konnte mich in den letzten Wochen kontinuierlich steigern. Am Weltcup in Val di Sole wurde ich siebter, war deshalb guter Hoffnung, dass vielleicht eine EM-Medaille drinliegen wird», sagte Fontana. Der anspruchsvolle Parcours mit den vielen technischen Elementen sei ihm dabei sehr entgegengekommen.

Pech hatte dagegen Lukas Flückiger. In der hektischen Startphase ging bei einer Rempelei die Schnalle an seinem Rennschuh kaputt. «Ich fuhr trotzdem weiter, denn es hätte mich zu viel Zeit und Kraft gekostet, wenn ich nach dem Schuhwechsel im Verkehr wieder nach vorne hätte fahren müssen», berichtete der Heimiswiler. Es sei jedoch nicht möglich gewesen, das Tempo der Spitzenfahrer mitzugehen, denn er habe mit dem defekten Schuh nicht mehr am Pedal ziehen können. «Schade. Heute wäre eine Medaille dringelegen. Ich fühlte mich super.» Noch schlechter lief es Flückigers jüngerem Bruder Mathias, der das Rennen schon nach kurzer Zeit abgeschlagen, angeschlagen und entmutigt aufgab.

Resultate XCO Elite Männer 

1. Julien Absalon (FRA) 1:32:21. 2. Nino Schurter (Chur) 1:34:14. 3. Marco Aurelio Fontana (ITA). 4. Lukas Flückiger ( Leimiswil) 1:34:39. 5. Jose Antonio Hermida Ramos (ESP) 1:34:41. 6. Sven Nys (BEL) 1:34:48. 7. Ondrej Cink (CZE) 1:34:48. 8. Alexander Gehbauer (AUT) 1:35:11. 9. Jan Skarnitzl (CZE) 1:35:20. 10. Michal Lami (SVK) 1:35:26. Ferner: 14. Florian Vogel (Jona) 1:36:05. 18. Nicola Rohrbach (Oberägeri) 1:36:48 . 21. Fabian Giger (Rieden) 1:37:16. 23. Thomas Litscher (Thal). 30. Martin Fanger (Ennetmoos) 1:39:35. Aufgegeben: Mathias Flückiger (Ochlenberg)

Offizielle Resultatliste 

Verfasser: Martin Platter / 23.06.2013
Interview: Benjamin Blaser